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Velonomaden

Als Velonomaden durch Zentralasien und zurück in die Schweiz
2008 starten Sandra Gehr und ich eine abenteuerliche Radreise in Tadjikistan. Die erste Etappe durch das Pamir-Gebirge erweist sich als harte Probe. Die asiatische Sonne brennt erbarmungslos auf die Strasse, dabei klettert das Thermometer auf bis fünfzig Grad Celsius. Zusätzlich besteht die Strasse aus einem Patchwork von Asphalt, Steinen und Schlaglöchern. So sind wir oft gezwungen unsere Räder zu schieben.

Täglich trinken wir 15 Liter Wasser, das wir mit dem Wasserfilter aus Bächen pumpen. Wir ernähren uns von Gemüse und Früchten, welche uns die Bauernkinder am Strassenrand verkaufen. Nach zwei Wochen radeln, erreichen wir den ersten 4000er Pass und somit die Hochebene des Pamirgebirges. Eine unendlich scheinende Steinwüste liegt vor uns. Zum ersten Mal kommen wir mit gastfreundlichen Nomaden in Kontakt. Diese ziehen mit ihren Ziegen- und Yakherden in verlassene Täler, wo sie den Sommer in ihren geschmückten Jurten verbringen. Sie leben von ihren eigenen Erzeugnissen wie Milchprodukte, Fleisch, Fladenbrot und Buttertee. Unser Ziel ist, es den Nomaden gleich zu tun. Nach Möglichkeit schlagen wir das Zelt an Gewässern auf, kochen mit Holz oder Yakdung und essen dasselbe wie die lokale Bevölkerung. Navigationsgerät, Mobiletelefon und MP3-Player bleiben absichtlich zu Hause.

Die letzten Kilometer zurück in die Schweiz nehmen wir gemächlich unter die Räder. Bewusst fahren wir unzählige Umwege, um die letzten Tage unserer Reise nochmals richtig auszukosten. Als wir mit dem Fahrrad zu Hause ankommen, erreicht der Kilometerzähler seine höchste Kilometerzahl und springt von 10 000 auf Null zurück …

weitere Texte und Bilder im Buch «Naturschauspiele»